Chinesisches Neujahrsfest im Hotel

 

Khao Lak und eine Erfahrung im Robinson Club

Der 15. Februar ist der Tag, an dem wir von Bangkok nach Khan Lak wechseln. Es geht wieder zurück zum Flughafen und in einem rund 70 minütigen Inlandsflug weiter nach Phuket. Der Flughafen dort wird gerade umfangreich umgebaut und somit herrscht ein gewisses Chaos, der Transit funktioniert, nachdem wir unseren Veranstalter gefunden haben aber problemlos und rund anderthalb Stunden später treffen wir in unserer nächsten Destination ein, dem Robinson Club Khao Lak. Vorweg muss ich sagen, ich habe noch nie Urlaub in einem Club gemacht, ursprünglich hatten wir ein anderes Hotel vorgesehen, dies scheiterte aber leider an der Verfügbarkeit der Zimmer und somit wurde mir vom Reisebüro dieses Hotel angeboten.

Da wir recht spät ankommen schickt man uns erst einmal zum Essen und wir checken danach erst in Ruhe ein. Die Anlage ist weitläufig und wirklich sehr schön gestaltet. Am nächsten Morgen ziehe ich um 7.00 Uhr mit der Kamera durch das noch verschlafene Hotel, also es ist alles wirklich sehr geschmackvoll gestaltet.

Der Club hat zum Zeitpunkt unseres Urlaubs erst 4 Monate geöffnet und ehrlich gesagt, waren die Bewertungen nicht auf allen Plattformen super gut. Meine gute Bekannte beim TUI Reisebüro hat mich jedoch beruhigt und gesagt, dass das schon einen hohen Standard hat, immerhin 5 Sterne und sie hat natürlich Recht gehabt. Das Essen war sehr sehr gut und die Anlage ist schick, da gibt es nix. Da gibt es von mir auch die volle Punktzahl.

Ein paar Punkte haben mir weniger gefallen. Zum einen diese Menschenmassen am Buffet zu den Öffnungszeiten waren nicht so mein Ding, aber das ist an Hotelbuffets auch nicht unbedingt ungewöhnlich, das würde ich noch nicht mal als ausgesprochen negativ bewerten, aber “deutscher Club – deutsche Gäste – deutsche Unarten.”
Ich sage es nur ungern, aber diese „deutsche Liegenreserviererei“ geht mit mega auf den Keks. Früh morgens zogen einige Gäste schon an den Strand und haben sich die „besten Plätze“ gesichert. Das ging soweit, dass wenn man dann im Laufe des Tages an den Strand wollte, keine einzige Liege mehr frei war, aber 80 % mit Handtüchern reserviert und verlassen waren. Abends lagen zum Teil auf den Liegen immer noch Handtücher. Das geht gar nicht. Ich will nicht den ganzen Tag am Strand rumliegen, aber mal so ein bis zwei Stunden nach dem Schwimmen ist ja schon schön. Da könnte vielleicht auch das Hotel mal steuernd eingreifen.

Der Strand des Clubs ist sonst traumhaft schön. Kilometerlang und feinsandig. Die Wellen sind nicht nennenswert, ich würde mal sagen wie in einer Badewanne.
Und eine Wassertemperatur von 28 Grad schafft die optimalsten Bedingungen, die gemütlichen Sitzsäcke sind super, wenn man abends am Meer einen Drink genießen möchte. Es ist schon ein echt schöner Platz. Man sollte aber einen guten Mückenschutz verwenden, die kleinen Plagegeister sind schon lästig, außer direkt am Meer, da ist keine unterwegs.

Unsere Zimmer sind etwas in die Jahre gekommen, denn vorher war der Club das Hotel Pullmann. Die Klimaanlage ist eine mittlere Katastrophe, zwischen Eisschrank und Tropennacht scheint es keine Einstellung zu geben, die Temperatur lässt sich zwar einstellen, doch die Anlage scheint ihren eigenen Willen zu haben. Es dauert zwei Tage und ich bin kräftig verschnupft. Na toll.

Egal, ich muss raus, muss mir das Land anschauen, ich bin ruhelos, besonders wenn ich weiß, dass auf mich so tolle Motive warten. So sind Fotografen/Innen wohl.

Wir planen also für die nächsten Tage ein paar Ausflüge.

Als erstes sehen wir uns das Tsunami-Museum in Khao Lak an. Dies kostet Eintritt, dieser wird aber zu 100 % für soziale Einrichtungen verwendet. Eine gute Sache also, die man unterstützen sollte. Es werden viele Bilder gezeigt und auch deutschsprachige Dokumentationen des ZDFs laufen in einem separaten Raum. Wir verlassen schweigend und mit einem dicken Kloß im Hals die Ausstellung, es verdeutlicht aber noch mal eindringlich welch furchtbare Auswirkungen der Tsunami am 26.12.2004 für die Region hatte, besonders die Vorher-Nachherbilder sagen mehr als tausend Worte. Allein in der Küstenregion Khan Lak starben damals mehr als 4.600 Menschen, insgesamt rund 230.000 bis 250.000, da gehen die Zahlenangaben der verschiedenen Medien stark auseinander.

Eins von drei Militärbooten ist direkt am Museum zu sehen, es wurde damals durch die Wucht der Wassermassen ins Landesinnere geschleudert und ist an Ort und Stelle verblieben.

 

Ich brauch dringend eine Ablenkung und so gehen wir auf die andere Straßenseite auf den Nachtmarkt von Khan Lak.

Das erste Abenteuer ist es schon mal, die starkbefahrene Straße unfallfrei zu überqueren. Der Zebrastreifen ist offensichtlich nur eine gut gemeinte Empfehlung für Autofahrer, aber kein wirklicher Grund zum Anhalten.

Zu den Märkten habe ich ja schon viel geschrieben und dieser ist sicherlich sehr touristisch, aber man kann sich gut und gerne ein paar Stunden dort aufhalten. Das Fotografenherz schlägt dabei natürlich auch wieder höher, aber auch das der Schnäppchenjägerin. Wer auf diesem Markt nicht feilscht, zahlt definitiv zu viel.

 

Am Sonntag unternehmen wir eine Tour auf eigene Faust mit dem Tuc Tuc nach Takuapa Old Town zum Sonntagsmarkt. Den Fahrer haben wir am Abend zuvor auf der Rücktour vom Khao Laks Nachtmarkt Markt kennengelernt und er war sehr nett, also habe ich ihn direkt für den nächsten Tag um 15.00 Uhr zum Hotel bestellt, da vom Hotel selbst nur normale Taxis buchbar sind. Wir mögen aber das Tuc Tuc Feeling, es gehört ja irgendwie auch zu Thailand.

Der Markt und die Stadt haben eine tolle Atmosphäre, Garküche an Garküche wechseln sich in unendlicher Vielfalt ab. Es gibt nahezu nur Einheimische dort, die sich selbst mit allerlei Leckereien versorgen. Wir probieren „knusprige Butter“ ein hauchzartes süßes Gebäck, was frisch zubereitet wird, Spieße und auch die köstlichen Cocospfannkuchen und tolle frische Mandarinen- und Beerensäfte finden wir. Eine frisch geöffnete Cocosnuss muss auch sein, ist ja schließlich gesund und lecker und mit ca. 50 Cent wirklich erschwinglich.

 

Zurück geht es durch eine Landschaft die „Kleiner Amazonas“ genannt wird und in der Tat erinnert der Regenwald und der Ausblick in die umliegenden Hügel sehr an diese Region.

Als nächste Tour nehme wir uns einen geführten Ausflug in die Phang Nha Bay vor. Andaman Sea Kayak Tour nennt sich das bei der TUI.

So richtig vorbereitet bin ich nicht, muss ich zu meiner Schande gestehen und somit lasse ich mich einfach von der Tour überraschen. Als Ganztagestour geht es morgens mäßig früh los. Wir werden mit einem Kleinbus abgeholt, an zwei weiteren Hotels werden weitere Ausflugswillige eingesammelt und es geht in einer 70 minütigen Fahrt Richtung Phuket.

Von einem recht unscheinbaren Hafen starten die 3 Schiffe in die umwerfend schöne Inselwelt. Wow, so schön hätte ich es mir niemals vorgestellt, atemberaubende Panoramen, türkisblaues Wasser und Zuckerhut gleiche grüne Inseln ragen steil bis zu 900 Meter aus dem Wasser. Die Landschaft erinnert ein bisschen an Kambodscha. Ich versuche diesen Zauber einzufangen, aber so recht will das nicht gelingen. Was bin ich froh, dass ich diese Tour gebucht habe, obwohl die junge Dame an der Rezeption im Robinson Club mir indirekt davon abgeraten hat. Sie meinet, es wäre eine ziemlich lange Tour „um ein paar Steine zu sehen“. Für mich ist es eine der schönsten Landschaften die ich je erlebt habe. *Memo an mich selbst: Frage keine 20-Jährige nach ihren Ausflugsempfehlungen, da sind die Interessen dann doch wohl zu verschieden.

Nach gut 1 Stunde und 20 Minuten kommen wir mittels Schiff unserm ersten Etappenziel näher. Wir stoppen vor einer der unzähligen Kalksteininseln mit winzig kleinem Strand und steil abfallendem tiefen Wasser davor. Die Schiffe gehen vor Anker und die Touristen über Bord, wahlweise zum Schwimmen oder zum Kanufahren. Ich denk nicht groß drüber nach und springe ins 28 Grad warme Wasser. Ein bisschen Schwimmen wird mir gut tun. Es ist einfach super. Ein paar andere Ausflügler haben Spaß mit den Booten, mit denen Sie die hochaufragenden Felsen erkunden können. Die kleine Pause ist den Gezeiten geschuldet, denn nur bei Ebbe werden wir später mit den Kanus in die bizarre Inselwelt hineinpaddeln können. Der Zugang zu der inneren Inselwelt ist nur durch ausgesprochen niedrige Höhlen möglich und man kann diese nur liegend im Kanu passieren und auch nur bei Ebbe. Für diese Paddeltouren bekommen wir aber alle einen erfahrenen Kanu-Fahrer an die Seite gestellt der die Arbeit übernimmt, was auch sehr gut so ist.

Nach dem ich wieder an Bord geklettert bin gehts weiter zum weltbekannten „James Bond Felsen“, den kennt man aus dem Film, „Der Mann mit dem goldenen Colt“.

Das dieser eher kleine Felsen so einen Hype auslöst und so stark besucht wird verstehe ich zwar nicht so ganz, aber es ist dennoch interessant. Ich bin froh, dass wir den Felsen nur vom Boot aus betrachten und dort nicht aussteigen müssen. Es ist so unsäglich voll, also das muss man schon wirklich wollen. Fototechnisch sicherlich schön, aber nicht zu der Tageszeit und nicht mit diesen Touristenströmen. Wohl dem, der abends, wenn die Ausflugsboote alle wieder abgezogen sind hier einen halbe Stunde ungestört fotografieren darf.

Es geht weiter zu den nächsten Inseln, die wir per Kanu entdecken sollen, oder ist es doch ein Kajak, ich kann es nicht sagen, es herrscht auch Uneinigkeit bezüglich der Begrifflichkeiten? Das Umsteigen auf die luftgefüllten Kanus ist gut möglich, ein bisschen Balance ist aber auch hier wieder nötig. Kurze Zeit hatte ich mir Gedanken gemacht, wie das mit der Fotoausrüstung und dem Wasser gehen soll. Vor dieser Tour habe ich mir noch eine wasserdichte Umhängetasche gekauft, die zumindest eine gewisse Sicherheit darstellt. Einmal auf dem Kanu packe ich die Kamera natürlich wieder aus und gehe das Risiko ein. Na ja, was solls, es ist einfach zu schön hier. Hier hätte ich auch gut die GoPro gebrauchen können, die ist allerdings auf dem Hotelzimmer geblieben, man kann ja nicht immer alles mitschleppen und das Badzeug musste ja auch noch mit.

Der Steuermann unseres Kanus paddelt auf ein Höhlensystem zu. Da sollen wir durchpassen? Echt jetzt? Ich verstaue meine Kamera sicherheitshalber gut und es geht mehr liegend als sitzend durch die erste Höhle, die bei Flut komplett unter Wasser steht. Nach ein paar Minuten wird es wieder heller und vor uns öffnet sich eine Lagune in der Insel, so kitschig schön, es ist kaum auszuhalten. Um uns herum ragen die Kalksteinfelsen nahezu senkrecht auf, hin und wieder zeigt uns der Guide einen freilebenden Affen und den bekannten Walking Fish, also die kleinen Fische die man bei uns Schlammspringer nennt und das Element Wasser verlassen um im Schlick nach Nahrung zu suchen, gut versteckt zwischen mangrovenähnlichen Wurzeln.

Gemütlich geht die Kanufahrt durch die Inselwelt weiter, das Wasser mäandert um immer neue Felsformationen, ein bisschen ist es wie Amazonas gemixt mit Gand Canyon. Dieser Part der Tour dauert rund eine Stunde und eine wasserfeste Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor ist unumgänglich. Wir wechseln vom Kanu auf das Boot zurück und tuckern weiter, zwischendurch gibt es ein Mittagsbuffet mit thailändischen Curry- und Nudelgerichten. Alles sehr lecker.

Nächster Stopp ist eine neuerliche Höhle, diese ist diesmal höher, dunkler, sie wird von unzähligen Fledermäusen bewohnt, die die Tourguides mit Stirnlampen kurz beleuchten. Die Luft ist sehr stickig und es riecht durch die Exkremente der Tiere auch nicht wirklich gut. Nun ja, sagen wir es so, wie es ist, es stinkt schon extrem. Ein Erlebnis ist es dennoch. Die Höhlen werden von einigen Ausflugsschiffen heimgesucht, so dass es auch hier voll ist. Es kommt immer wieder zu Staus vor und in den Höhlen, weil sie zum Teil nicht von mehreren Kanus gleichzeitig passierbar sind. Das Rein und Raus aus dem System will also geregelt sein, ich fühle mich an den Straßenverkehr in Bangkok erinnert und muss schmunzeln. Die Fahrer sind sich uneins wer als nächstes dran ist und es wird lautstark diskutiert, die Touristen haben ihren Spaß. Vielleicht ist es auch einfach nur Teil der Show. Diese Paddelboottour dauert auch wieder eine gute Stunde und ist einfach toll.

Als wir uns dann am späteren Nachmittag auf den Heimweg machen dämmert es schon. Die Zuckerhüte sehen im Dunst der untergehenden Sonne wunderschön aus und ich beschließe diesen Ort irgendwann noch mal zu besuchen, er hat einen wirklichen Zauber.

Gegen 20.00 Uhr sind wir zurück im Hotel, und einfach nur glücklich.

 

Von Mönchen, Kindern und Mondkeksen

Ich möchte mehr von Thailand entdecken, irgendwie macht es süchtig.

Ich mag das pure Thailand, das Thailand, was die hier lebenden Menschen erleben. Die nächste Tour startet um eine etwas unchristliche Zeit, nämlich um 5.30 Uhr. Na gut, es ist früh, bei genauem Hinsehen sogar sehr sehr früh, aber noch nie habe ich es weniger bereut zu nachtschlafender Zeit aus dem Schlaf gerissen worden zu sein. Es finden sich nicht wirklich viele weitere Gäste auf dieser Tour, zwei Schweizerinnen sind schon in der Hotellobby, als wir dort ankommen, wir sind also nur zu viert, zzgl. Fahrer und unserer zauberhaften thailändischen Reiseleiterin als Tourguide Wie friedlich selbst ein Robinson Club sein kann, denke ich kurz, mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen und nicht wirklich ernst gemeint.

Unsere Fachfrau für thailändische Kultur spricht gut deutsch und sie erzählt uns sehr viel über Land und Leute. Es geht zu einer Stadt die eher im Landesinneren gelegen ist. Takuapa, die hatten wir schon, aber zu der Uhrzeit erkennen wir sie nicht direkt wieder.  Ja ja, die Märkte, auch an diesem frühen Morgen steuern wir einen Markt an. Es ist noch stockdunkel und dennoch herrscht hier schon ein buntes und geschäftiges Treiben. Wir werden geplant Zeuge, wie sich die buddhistischen Mönche hier morgens ihr Essen für den Tag zusammenbetteln. Wobei betteln würde ich das nicht nennen. Die Mönche gehen die Straßen entlang und die gläubigen Thailänder kaufen auf dem Markt kleine, fertig zubereitete Essen und Getränke um es den Mönchen als Opfergabe zu überreichen. Im Gegenzug segnen die Mönche die Spender.

Die Mönche nehmen die Spenden entgegen und was sie nicht selbst essen, wird an bedürftige Menschen weitergegeben. Diese Mönche essen auch nur zwei mal am Tag, nach Mittag nimmt kein Mönch noch was zu sich.

Wir erhalten eine Einweisung durch unsere nette Tourleiterin, was kauft man, wie fügt man der Spende seine Wünsche an, wie übergibt man es dem Mönch. Wir lernen schweigend und schauen zu, wie die Einheimischen das machen. Es ist irgendwie ein sehr emotionaler Moment, warum rührt das alle so sehr? Ich kann es nicht in Worte fassen. Der Mönch ist schon betagt, er soll deutlich über 80 Jahre alt sein. Vielleicht ist es das Alter, vielleicht aber auch diese Magie, die dem Ritual innewohnt.

Zurückhaltend fotografiere ich weiter, ich kann mich nicht trennen.

Wir gehen weiter zum Morgenmarkt und stürzen uns ins Getümmel. Auch die Thais versorgen sich früh morgens mit dem fertig zubereitetem Essen. Manche kaufen noch Obst und Gemüse ein, manche Fleisch, manche getrocknete Fischchen.

Der Fleischstand ist nur was für Liebhaber. Die Fliegen ziehen ihre Kreise und bei der Wärme hätte ich hier kein Vertrauen in die Haltbarkeit. Vor uns prüft eine alte Dame die Qualität des Schweinefleischs. Sie testet, drückt hier und da und nimmt schließlich doch nichts. Wohl dem, der in der Fleischerei seines Vertrauens zuhause gekühlte Ware kaufen kann.

Auf heißen Platten werden lustige süße Backwaren hergestellt. Was es ist kann ich nicht mehr genau sagen, es schmeckt aber nicht schlecht. Die Informationen sind jedenfalls alle interessant, zu viel Informationen für mein nachlassendes Gedächtnis, vielleicht sollte ich mir demnächst echt mal Notizen machen.

Wir gehen um die Ecke in die nächste Seitenstraße und betreten eine Art Bar/Café, was es genau ist wird nicht so ganz klar. Man hat mir aber einen Kaffee versprochen, also bin ich natürlich vorneweg dabei. Es ist ein Frühstück, welches man für uns vorbereitet hat, es ist ja immer noch sehr früh, es dämmert gerade mal. Es ist ein thailändisches Frühstück. Die Dim Sum erkenne ich noch von dem Buffet im Anantara, (schweine-)fleischgefüllte oder auch mit Fisch gefüllte Nudeltaschen und eine Art Hefeklöße, die ebenfalls pikant fischlastig gefüllt sind. Eine besondere Spezialität sind in Asien ja die tausendjährigen Eier, die geviertelt präsentiert werden.

Diese Eier werden bei der Herstellung mehrere Monate fermentiert, eingelegt in Teeblätter, Sägespäne und gebranntem Kalk. Der Geruch erinnert an Ammoniak und da sich sonst keiner traut probiere ich ein Stück. Der Geschmack ist schon eher streng, wenn auch nicht so schlimm wie der Geruch befürchten lassen musste. Mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu schauen mich alle Teilnehmer an. Der kritisch blickende Hausherr auch, aber ich meine eher eine Art des Unverständnisses aus seinem Gesicht zu lesen, wahrscheinlich weil ich die Köstlichkeiten nicht überschwänglich zu würdigen weiß, unwissende Touristen eben.

Ich mag ihn aber, er ist ein Typ, was für eine lustige Erscheinung mit dieser extrovertierten Brille. Alles in allem finde ich das Frühstück spannend, dafür bin ich hier, ich habe kein deutsches Brot und Marmelade erwartet. Alles probieren heißt die Devise.

Weiter geht es, wir schlendern durch die Straßen der Altstadt. Die Häuser sind zum Teil heruntergekommen, regelmäßig wird diese Stadt vom Hochwasser überflutet und die heutigen Generationen wollen sich das hier nicht mehr antun, sie sind weggezogen.

Die Stadt wirkt ruhig, etwas verlassen. Und überall diese abenteuerliche Verkabelung der Stromleitungen. Hier müssen wahrlich Elektrokasper am Werk sein, denke ich. Unsere Tourleiterin erklärt uns, dass jeder Haushalt in Thailand seine Verkabelung von der Hauptleitung an der Straße zum Haus selber legen darf. Ja, so sieht es aus.

Die nächste Station durch den thailändischen Alltag ist eine Schule. Ja, wir besuchen tatsächlich zur ganz normalen Morgenzeit eine Schule. Als wir ankommen sammeln sich die Kinder schon zum Hissen der Fahne und zum gemeinschaftlichem Singen der Nationalhymne. Ich höre fast den Aufschrei, wenn man das bei uns anbieten würde. Eine Gruppe ausländischer Urlauber, die die Kinder beim Morgen-Appell wie wild fotografiert und einen Blick in die Klassen werfen dürfte.

Die Schulkantine und den Kindergarten besichtigen wir ebenfalls. Undenkbar bei uns. Heute ist man als Fotograf schon auf ganz dünnem Eis unterwegs, wenn man bei Fotos von Kindern nicht einen Rechtsanwalt im Schlepptau hat.

Die Schule beherbergt rund 1300 Kinder, alle in Uniformen und schön nach Klassen aufgestellt, als die Schulkapelle die Hymne spielt. Danach wird gemeinschaftlich Gymnastik betrieben. Wir staunen, wie diszipliniert alles abläuft, echt süß, die Kleinen. Ich verzichte hier mal auf Einzelportraits.

Weiter geht die Tour zu einem chinesischen und danach zu einem buddhistischen Tempel. Im letzteren bewundern wir die genialen Wandgemälde die die Geschichte von Buddha darstellen. Unsere liebe Tourbeteuerin erklärt uns die Geschichten rund um die Wandbilder.

Was die Tour auch noch beinhaltet ist ein original thailändisches Mittagessen. Wie schauen interessiert bei der Zubereitung von Blätterteigfladen zu, geschickt wird der Teig ultraflach gezogen und hinterher brezelartig übereinander gedreht, so dass dann mittels Öl eine Art Blätterteig entsteht, der in einem flachen Wok in Öl ausgebacken wird. Er wird uns als Beilage zu einem Hähnchencurry gereicht. Für meine Augen sieht das schon scharf aus. Ich probiere und die Schärfe breitet sich langsam aber stetig im gesamten Mund aus. Die thailändische Küche ist scharf, manchmal sogar höllisch scharf für unseren Gaumen. Wo Einheimische nur müde drüber lächeln, lässt uns schon tränenüberströmt nach Luft schnappen.

Ich schmecke ein bisschen Cocosmilch, Kartoffeln und natürlich Hühnchen, Zitronengras und Koriander runden die ganze Komposition ab. Es ist wirklich lecker und das Gebäck  kann man zum Neutralisieren der Schärfe prima gebrauchen.

Zwei Punkte stehen noch auf dem Programm für diesen Ausflugstag, nämlich der Besuch eines kleinen Familienbetriebes der Mondkekse herstellt und eine Einrichtung, die den Opfern des Tsunamis einen Arbeitsplatz bietet und zusätzlich die Betreuung der traumatisierten Menschen gewährleistet. Bei der ersten Station treffen wir auf eine gut gelaunte Familie, die in reiner Handarbeit die verschiedenen Plätzchen herstellt, unterschiedlich gefüllt und recht süß, aber lecker, ein Päckchen der Kekse erhält jeder Tour-Teilnehmer noch geschenkt. Ich habe sie nach Deutschland mitgenommen.

Bei dem zweiten Stopp handelt es sich um eine Weberei, die tolle Stoffe und wiederum daraus allerlei Taschen, T-Shirts und Co fertigt. Ein sehr schönes Projekt. Was für ein prall gefüllter Ausflugstag und als wir zum Hotel kommen ist es gerade mal früher Nachmittag.