Bilder sagen mehr als Worte…. jedenfalls manchmal.

 

Oldtimer-Taxi

Ich sitze in einem pink/weißen Chevrolet Bel Air, Baujahr 1954, aus den Boxen schallt laut Hotel California von den Eagles, der Weg führt an einer karibischen Traumkulisse vorbei, einsame Sandstrände, gesäumt von sich sanft im Wind wiegenden Palmen. Hin und wieder tauchen ein paar kunterbunte, teils arg verfallene Hütten auf, man sieht freundlich grüßende Menschen, die vor diesen Unterkünften sitzen und dem Treiben auf der Straße zuschauen, wer braucht auch Fernsehen. Am Strand wird gerade ein Spanferkel über offenem Feuer gegrillt, ausgelassenes Treiben, die Menschen feiern, das Leben scheint einfach perfekt zu sein, hier auf Kuba, doch das ist es sicherlich nicht. Es ist nur mit Sonne und den durchschnittlichen 26/27 Grad im November so viel schöner.

Um dem einheitlichen Grau des deutschen Herbst zu entfliehen, hat es mich in den sozialistischen Staat zwischen Atlantik und karibischem Meer verschlagen.

10,5 Flugstunden vom kalten Deutschland entfernt, empfangen mich warme 27 Grad und eine angenehme Luftfeuchtigkeit, als wir das Flugzeug verlassen. Es ist das einzige Flugzeug auf dem Flughafen Holguin. Stress schein hier ein Fremdwort zu sein. Mein erster Gedanke, als ich den Flughafen gesehen habe war, dass es bei uns sicherlich Tankstellen gibt, die größer sind, das ist aber nicht so ganz ernst gemeint. Schön ist, dass man sicher nicht Gefahr läuft, sich hier zu verirren. Viele Fluggesellschaften steuern Cuba nicht an und wenn, dann ist der Großraum Havanna sicher deutlich stärker frequentiert, ich jedoch bevorzuge es lieber etwas weniger massentouristisch.

Einreise

Deutsche benötigen für die Einreise ein Touristenvisum, dies ist aber einfach über das Reisebüro erhältlich und wird unaufgefordert mitbestellt, wenn man bucht.

Rechtschreibfehler oder durchgestrichene Angaben finden die kubanischen Staatsdiener nicht lustig und dies kann ein neues Dokument zu einem recht hohen Preis notwendig werden lassen, so jedenfalls erzählten uns das freundliche Ehepaar, welches wir im Hotel kennenlernten, bei ihnen hatten sich die Mitarbeiter im Reisebüro verschrieben.

Die Einreisekontrolle ist gründlich, aber auch das lässt sich verkraften. Man wird am Flughafen fotografiert und alle Dokumente werden sorgsam geprüft.

Dann geht es Richtung Hotel, bei uns war es das Paradisus Rio de Oro, an der Playa Esmeralda. Das Hotel liegt auf einer Art Halbinsel in Alleinlage. Wer hier Strandpromenaden a la Mallorca erwartet wird enttäuscht. Ich finde das aber nicht sonderlich schlimm.

Transfer nach Guadalavaca

Wer schon bei der Buchung einen Transfer durch ein Taxi mitbucht, erspart sich die Bus(tor)tour vorbei an diversen Hotels. Nach einer guten Stunde erreicht man nun das/die Hotels nahe des Örtchens Guadalavaca, was so viel wie „Hüte die Kuh“ bedeutet. Vielleicht soll der Name auch die Eigenschaft des verschlafenen kleinen Örtchens beschreiben. Vom Paradisus fährt man mit dem Taxi 5 min zu diesem kleinen Ort. Hier ist nicht viel, ein paar Hotels, ein paar sehr kleine Läden, in denen aber nur die Touristen kaufen können und ein Touristen-Souvenirmarkt, dessen 10 Stände man in 5 min. bewundern kann, länger braucht man dazu auch wirklich nicht.

 

Die Stände habe 3 Arten von Waren, a) Leder- ,Blech-und Holzsouveniers, b) Schmuck und c) billige Kleider und T-Shirts. Diese Waren findet man wohl auf jedem Markt auf ganz Kuba. Da lässt der Sozialismus grüßen. Für mich gab es nicht so viele Produkte, die mich angesprochen haben, die Kleider will frau wohl nicht freiwillig anziehen, der Stoff fühlt sich an wie ein alter Spühlschwamm und die Preise sind dafür auf jeden Fall nicht angemessen. Auch in den Hotels werden immer wieder solche Waren von „Fliegenden Händlern“ angeboten, auch in unserem Hotel.

Ganz vereinzelt hat man wirklich schöne Kunstgegenstände gesehen, hergestellt aus Altmetall/Schrott. Aber man sollte immer das Gewicht des Koffers im Auge behalten, das, wenn man z.B. mit der Condor economy fliegt, eh nur 20 kg betragen darf. Dies hat mich davon abgehalten solche Kunst zu erwerben, der Preis war super und die Qualität und Ausführung großartig. Zudem sei gesagt, dass man auch bei der Ausfuhr, besonders bei gemalten Bildern (Kunst) einige Dinge und Vorschriften beachten muss, sonst kommt es bei der Ausreise zu ggf. recht teuren Überraschungen, ebenso bei Übergepäck. Laut Reiseveranstalter liegt da der Preis bei ca. 30,-/pro kg  und das wird wiederum genau geprüft.

Auslandsreisekrankenversicherung

Die überall in den Foren beschriebenen Nachweise über das Vorhandensein einer Auslandsreisekrankenversicherung wurden bei uns bei der Einreise nicht verlangt, man sollte allerdings diese Nachweise in spanischer Sprache mitführen. Sicher ist sicher. Leider muss man im Krankheitsfall eh alles privat vorbezahlen und dies ist nicht günstig. Da kostet der Aufenthalt pro Nacht schon mal 300,- €, ohne ärztliche Leistungen, die kommen dazu. Diese Aussage stammt von unserem Guide.

Das liebe Geld

Gängige Zahlungsweisen wie Kreditkarten von American Express, sowie Travellerschecks werden nicht angenommen! Auch die MasterCard wurde bei uns abgelehnt. Lediglich die VisaCard funktionierte. Das Geldabholen am Bancomat habe ich jedoch nicht ausprobiert. Das ist auch nicht so, dass überall Banken und Geldautomaten rumstehen. Bargeld ist da die gute alte Alternative. In den Hotels soll es wohl teilweise mit der MasterCard klappen, ich würde mich allerdings nicht darauf verlassen. Die Touristenwährung, also der CUC wird so ziemlich 1:1 zum Euro umgetauscht, bei Banken nur mit dem Pass möglich, im Hotel auch ohne, dann aber mit schlechteren Kursen. Der Umtausch ist nur in Kuba möglich, die Währung darf nicht ausgeführt werden.

Wenn man sich das erste Mal über Kubas Straßen kutschieren lässt, so ist das schon ein eigentümlicher Eindruck. Kubas Straßen bilden das wohl weltweit größte Freilichtmuseum für Oldtimer. Rund 70.000 der alten Schätzchen, überwiegend alte amerikanische Straßenkreuzer von Chevrolet und Pontiac aus den 1950er Jahren bevölkern die desolaten Straßen. Dazwischen sieht man unendlich viele Kutschen oder Ochsenkarren, Fahrradrikschas, Reiter, uralte Lkws und Busse, Menschen zu Fuß, darunter sehr viele Anhalter. Das Anhaltertum hat auf Kuba eine gute alte Tradition, die begründet in der Treibstoffknappheit der Krisenjahre lag.

Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte erklärt vieles.

Im Oktober 1962 erreichte der Konflikt des Kalten Kriegs seinen Höhepunkt. Nur ganz knapp entging die Welt einem Atomkrieg zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion. In diesen Tagen blickte der ganze Globus auf Kuba, denn dort wurden sowjetische Mittelstreckenraketen gelagert, die sich unmittelbar auf die Vereinigten Staaten richteten. US-Präsident Kennedy und Regierungschef Chruschtschow stand eine schwierige Entscheidung bevor1.

Invasion in der Schweinebucht

Die Vorgeschichte begann mit Fidel Castro. Durch seine Revolution wurde Kuba 1959 in einen sozialistischen Staat umgewandelt, der seitdem nach kommunistischen Grundlagen regiert wurde. Während sich der Kontakt zu den USA verschlechterte, nahm Kuba diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion auf. Um den Einfluss des Kommunismus in der Welt zurückzudrängen, beschloss die US-Regierung, durch geheime Operationen auf Kuba einzugreifen. Nach Planung der CIA sollten Exilkubaner in die Schweinebucht auf Kuba gelangen und von dort aus eine Gegenrevolution auslösen. Da der Plan aber nicht aufging, war es für die USA nicht mehr möglich, militärisch einzugreifen2

Um den Machteinfluss des jeweiligen Konkurrenten zurückzudrängen, stationierten beide Großmächte Mittelstreckenraketen. Da Kuba in der Nähe zu den USA lag und gute Kontakte zur Sowjetunion pflegte, wuchs bei der US-Regierung die Furcht, dass die Insel von sowjetischen Waffen belagert werden könnte. Die USA schickten Aufklärungsflugzeuge nach Kuba und entdeckten schließlich aufgestellte Raketen. US-Präsident Kennedy berief unmittelbar einen geheimen Krisenstab ein3.

In einem Treffen mit dem sowjetischen Außenminister Andrej Gromyko wurde oftmals betont, dass die USA und die westlichen Besatzer West-Berlin der Sowjetunion überlassen sollen. Trotz der angespannten Lage und bevorstehendem Ausbruch eines Atomkriegs entschied sich Kennedy dazu, eine Seeblockade einzurichten und forderte Chruschtschow dazu auf, die Raketen aus Kuba abzuziehen. Obwohl die Blockade von der Sowjetunion nicht direkt akzeptiert und ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug über Kuba abgeschossen wurde, konnte einer Eskalation knapp entgangen werden4.

Chruschtschow erklärte sich schließlich dazu bereit, die Mittelstreckenraketen aus Kuba abzuziehen. Gleichzeitig mussten sich die USA dazu verpflichten, eine militärische Invasion auf Kuba zu unterlassen und ihre in der Türkei stationierten Raketen zu entfernen. Die UdSSR rüstete nach der Kuba-Krise verstärkt auf, um mit den USA gleichziehen zu können. Um solchen Konflikten künftig aus dem Weg zu gehen, verbesserten beide Supermächte die Kommunikation untereinander und richteten den „Heißen Draht“ ein. Die aufgeheizte Stimmung konnte sich nun etwas entspannen5.

  1. http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2012/03/kubakrise-kalter-krieg
  2. .http://www.wasistwas.de/aktuelles/artikel/link//031a75f403/article/die-invasion-in-der-schweinebucht.html
  3. http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/nachkriegszeit/kalter_krieg/kuba_krise.jsp
  4. http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/tid-27733/kubakrise-vor-50-jahren-als-die-welt-am-abgrund-stand_aid_840426.html
  5. http://www.nzz.ch/international/das-historische-bild/heisser-draht-zwischen-moskau-und-washington-1.18102448